Gekaufte Journalisten: Der Ritterschlag

01.10.2014

Redaktion

Lange haben die deutschsprachigen Medien zum Erfolg des neuen Sachbuchbestsellers Gekaufte Journalisten geschwiegen. Nun haben sich Bild-Chef Kai Diekmann und der früher für die Wirtschaft bei der FAZ verantwortliche Redakteur Dr. Krause zu Wort gemeldet. Auch der SWR und viele weitere trauen sich nun ganz vorsichtig aus der Deckung hervor.

Dr. Klaus Peter Krause ist eine Legende in den heiligen Hallen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der 1936 in Rostock geborene Mann (sein Vater war Rechtsanwalt und Notar, die Mutter Sportlehrerin) floh 1945 erst nach Schwerin, 1946 dann von Schwerin nach Lübeck. Er absolvierte später eine kaufmännische Lehre als Industriekaufmann und studierte Wirtschaftswissenschaften in Kiel und Marburg. Der Diplom-Volkswirt mit Promotion zum Dr. rer. pol ging dann sofort zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

 

Dort war er Wirtschaftsredakteur von 1966 bis Ende 2001, davon seit 1991 knapp elf Jahre verantwortlich für die FAZ- Wirtschaftsberichterstattung. Daneben von 1994 bis Ende 2003 auch Geschäftsführer der FAZIT-Stiftung, die die Mehrheit an der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH und der Frankfurter Societäts-Druckerei hält. Er ist nach 37 Jahren bei der FAZ pensioniert und gilt im Hause FAZ als eine der großen Legenden des Unternehmens.

Dr. Krause hat vor wenigen Tagen das Sachbuch Gekaufte Journalisten gelesen. Er kennt den Autor Udo Ulfkotte schon viele Jahre. Und er kennt die FAZ noch länger als Ulfkotte. Dr. Krause hat das Buch jetzt in Die Freie Welt ausführlich besprochen. Manche Aussagen findet Dr. Krause polemisch, an anderen Stellen wundert er sich über die platte Heftigkeit. Was also hält der FAZ-Insider Dr. Krause von Gekaufte Journalisten? Er schreibt:

 

So mancher Leser mag sich fragen: Stimmt denn das alles, was ihm Ulfkotte enthüllt? Nun, er nennt Namen, Firmen, Zeit und Orte, und sein Buch ist gespickt mit einer Fülle von Quellenangaben in den 575 Fußnoten, die am Ende des Buches kapitelweise zusammengefasst sind und die man sich daher, etwas lästig, erblättern muss. Ohnehin ist Ulfkotte erfahren genug, um rechtliches Glatteis zu vermeiden und die nötige Sorgfalt walten zu lassen: »Auch wenn nur eine winzige Kleinigkeit nicht stimmt, wird man mich verklagen.« Und er rühmt sich »mit jenem journalistischen Ritterschlag«, den man nur bekomme, wenn man in der Vergangenheit ganz sicher die Wahrheit berichtet habe: »Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat.« Die nämlich bekomme man nicht, wenn man lüge. Die bekomme man, wenn man etwas mitteile, was die Bevölkerung nicht erfahren solle. (…)

Ulfkotte fühlt sich verpflichtet, Dinge aufzudecken, die andere nicht sehen, nicht sehen wollen oder um sie herumschleichen wie um einen zu heißen Brei. Mancher mag über den sprachlichen Duktus, über die plakative Schreibe, die starken Worte, die Zuspitzungen, das teilweise Egozentrische, den alarmistischen Titel des Buches die Nase rümpfen und eine gesetztere Sprache vorziehen, zum Beispiel die eines Thilo Sarrazin. Solche Distanzierung läuft leicht auf den Vorwurf hinaus, nicht seriös genug zu sein. Doch Ulfkotte schreibt journalistische Bücher, keine akademischen Abhandlungen.

Und dann bekennt Ex-FAZ-Mann Dr. Krause, dass…

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