Real Game of Thrones: „Heil Twittler!“

19. Januar 2017   –  Mathias Bröckers

  CIA-Chef John Brennan

CIA-Chef John Brennan ermahnte Donald Trump. Bild: CIA

 

 

Wenige Tage vor den großen Krönungsfeierlichkeiten hat sich das Real Game of Thrones im exzeptionalistischen Königreich noch einmal zugespitzt

Ein führendes Mitglied des Senats sagte, König Donald sei „wirklich dumm“ wenn er sich mit den Meistern der Intelligence anlegt, denn die hätten „den Sonntag und sechs Tage“ es ihm heim zu zahlen. Wie das geschehen könnte, ließ der Senator offen.

Der abgesetzte Intelligence-Großmeister Brennan warnte den neuen König ganz offen, „seinen Mund zu hüten“ – eine Frechheit, die sich die stets diskreten Meister eigentlich nie herausnehmen. Angesichts solcher Drohungen steigen die Befürchtungen im Lande, dass es dem neuen Herrscher genauso gehen könnte wie dem letzten König, der es gewagt hatte, sich mit den unsichtbaren Meistern der Intelligence anzulegen.

König Jack, den alle nur JFK nannten, wollte damals den Konflikt mit dem Reich des Ultrabösen nicht mit immer mehr Waffen, sondern durch Gespräche und Abrüstung beenden und war damit nicht nur den Meistern, sondern auch der mächtigen Gilde der Waffenschmiede in die Quere gekommen. Jener Gruppe, die Jacks Vorgänger, der alte General Ike, der die Armeen im letzten Weltenkrieg zum Sieg geführt hatte, bei seinem Abschied „den militärisch-industriellen Komplex“ genannt und vor ihrem gefährlichen Einfluss gewarnt hatte. Nachdem König Jack dann durch gedungene Heckenschützen ermordet worden war hatten sich alle seine Nachfolger an die unausgesprochene Warnung gehalten, den Waffenschmieden und den Meistern der Intelligence nicht ungefällig zu sein. So waren die Rüstungskammern des exzeptionalistischen Köngreichs in immer exzeptionalistischere Dimensionen gewachsen, ebenso wie die Büros und Budgets der Meister der Intelligence.

Aus den Tiefen des Staats hielten die Meister diese Maschine am Laufen, indem sie ständig neue „Feinde“ ausmachten. Oder, wenn keine in Sicht waren, etwas nachhalfen, um die Bedrohung sichtbar zu machen. Das fiel ihnen leicht, denn ihm Rahmen der Operation Mockingbird hatten sie in der Gilde der Herolde und Einflüsterer an den wichtigsten Stellen eigene Leute platziert, die die Fake News der Meister über drohende Gefahren jederzeit unter das Volk brachten.

Bei der letzten Wahlschlacht aber hatte diese Methode versagt, obwohl die von einem König Donald ausgehenden Gefahren in den schrillsten Farben ausgemalt worden waren. Auf allen Plätzen und Straßen erschallten die Botschaften über den Lügner und Betrüger, den unberechenbaren Irren und schamlosen Frauenfeind, den inkompetenten Pleitier und notorischen Maulhelden, man verspottete ihn als Pavian mit Samenstau und wegen seiner Eichörnchenfrisur. Und weil er so gerne twitterte rief man hinter seinem Rücken gar schon „Heil Twittler“.

Noch nie war ein Herausforderer auf den Thron von den Herolden und Einpeitschern so bösartig heruntergeputzt worden wie Donald. Selbst der völlig unterbelichtete König George, den alle nur „W.“ nannten und der ohne Teleprompter keine drei Sätze geradeaus sprechen konnte, war nicht derart angegangen worden, als er einst König Clinton, genannt „Free Willy“ Bill – im Amt ablöste.

Gegen einen Tölpel wie W. auf dem Thron hatten die unsichtbaren Meister der Intelligence nichts einzuwenden, denn er stand unter der Kontrolle seines Vizekönigs Dick „Darth Vader“ Cheney, der auftragsgemäß auch sofort begann, sich ihre Liste der sieben Länder vorzunehmen, die als Nächstes zerstört und tributpflichtig gemacht werden sollten.

W.’s Nachfolger Obama hatte mit Bills Ehefrau Hillary als Vizekönigin die Liste brav weiter abgearbeitet und ein mal mehr freuten sich die Meister der Intelligence, wie geschmiert das Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln im Königreich lief. Den tumben W. verachteten die meisten, dem netten Obama vermachte man sogar den Friedensnobelpreis, doch egal wer oben auf dem Thron saß, die Fäden der Macht, die Entscheidungen über Krieg und Frieden, wurden aus den unsichtbaren Tiefen gezogen.

Weil der neue König sich nun anschickte, dieses seit Jahrzehnten eingespielte System zu durchkreuzen, hatten die Meister der Intelligence zuletzt ihre mächtige Wurlitzer angeworfen und aller Welt enthüllt, dass der ultraböse Putin die Wahl von Hillary gestohlen und seinem heimlichen Vasallen Donald zugeschustert hätte.

Weil sie aber als Beweis für diese Geschichte nur ein lachhaftes Dossier vorlegten, das gar nichts bewies, begannen selbst die Herolde, die sonst jede Story der Meister bereitwillig herausposaunten, langsam zu zweifeln. Sogar der Watergate-Held Bob Woodward, der einst den raffinierten König „Tricky Dick“ Nixon zu Fall gebracht hatte – die Meister der Intelligence wollte ihn damals loswerden und….

Quelle + weiter: TELEPOLIS

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Our False Reality – TruthStream Media Video

Wednesday, March 11, 2015

As long as people remain asleep, those who seek power and control will continue to manipulate and engineer the masses, right down to the structure of our very reality.

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Aaron Dykes and Melissa Melton created Truthstream Media.com as an outlet to examine the news, uncover the deceptions, pierce through the fabric of illusions, know the real enemy, unshackle from the system, and begin to imagine the path towards taking back our lives, one step at a time, so that one day we might truly be free…

This work is reprinted with permission and is licensed under a Creative Commons Attribution 3.0 Unported License.

Source: http://thenewsdoctors.com/our-false-reality-truthstream-media-video/


Quelle:

BEFORE IT'S NEWS

Eine neue Inquisition – Der CIA-Folterreport – Teil 2

Mathias Bröckers 18.01.2015

Er würde es jederzeit wieder tun, hatte Ex-Vizepräsident Dick Cheney die Veröffentlichung des Senatsreports über die Foltermethoden der CIA kommentiert, der Bericht sei nichts weiter „als ein Haufen Mist“ – und wurde mit diesem zynischen Kommentar seiner Rolle als „Darth Vader“ des ehemaligen Bush-Regimes einmal mehr gerecht.

Tatsächlich sind nicht diese Untersuchungsergebnisse „Mist, die unter anderem zeigen, dass die Regierung Anweisungen gab, aus bestimmten Gefangenen Geständnisse über eine Verbindung von „Al Qaida“ und Saddam Hussein herauszuholen, um einen Kriegsanlass zu produzieren. „Mist“ sind vielmehr die mit Folter-Methoden erpressten Erkenntnisse.

Dies ist schon seit 1631 bekannt, als der Jesuit und Schriftsteller Friedrich Spee seine Kritik der Hexenprozesse „Cautio Criminalis“ veröffentlichte und die Frage beantwortete, was von solchen Geständnissen zu halten ist:

Welches sind die Beweise derer, die auf der Folter erpressten Geständnisse für wahr halten? – Auf diese Geständnisse haben alle Gelehrten fast ihre ganze Hexenlehre gegründet, und die Welt hat’s ihnen, wie es scheint, geglaubt. Die Gewalt der Schmerzen erzwingt alles, auch das, was man für Sünde hält, wie lügen und andere in üblen Ruf bringen. Die dann einmal angefangen haben, auf der Folter gegen sich auszusagen, geben später nach der Folter alles zu, was man von ihnen verlangt, damit sie nicht der Unbeständigkeit geziehen werden. […] Und die Kriminalrichter glauben dann diese Possen und bestärken sich in ihrem Tun. Ich aber verlache diese Einfältigkeit.

Da wegen dieser Unzuverlässigkeit schon im alt-testamentarischen jüdischen Recht das Geständnis eines Täters keine Beweiskraft hatte, wurden damals weniger die Verdächtigen, sondern eher die Zeugen gefoltert, um mit diesen Geständnissen externe Beweise für die Schuld des Verdächtigen zu erlangen. Auch die „Heilige Inquisition“, deren Verfahren Friedrich Spee beobachtete, optimierte mit solchen Geständnissen ihre „Quellenlage“ und fütterte auf diese Weise ihre Fiktionen von Hexen, Zauberei und Teufeln mit „realen“ Beweisen und Dokumenten.

Wer die jetzt veröffentlichten Protokolle der Folter von 119 Gefangenen in CIA-Gewahrsam liest, kann den Eindruck bekommen, dass es bei diesen brutalen Verhören eben darum ging: Wie einst auf diesen erfolterten Geständnissen „die Gelehrten fast ihre ganze Hexenlehre gründeten“, so gründete die CIA ihre „Lehre“ von Al Qaida – die im 9/11-Report dargelegte Geschichte von Osama Bin Laden und 19 „Hijackern“ als Alleintätern und globale Gefahr – fast ausschließlich auf den Geständnissen des „Kronzeugen“ Khalid Scheich Mohamed (KSM) beruht.

Neben den üblichen routinemäßigen „Behandlungen“, die von 2002 bis 2007 den meisten CIA-Gefangenen zuteil wurden und die von den Advokaten der US-Regierung als „legal“ und den Genfer Konventionen entsprechend eingestuft wurden – (1.) Schlafentzug, (2.) Nahrungsmanipulation, (3.)fixierende Gesichtsgriffe, (4.) Ohrfeigen, (5.) Schläge in den Unterleib und (6.) wachrüttelnde Würgegriffe -, wurde KSM insgesamt 183 Mal der Spezialbehandlung des Beinahe-Ertränkens in Serie – Waterboarding – unterzogen. Von ihm stammten die meisten Informationen, die in Hunderten von Protokollen und Analysen ihren Weg bis in die Reden des Präsidenten und in die Medien fanden (Der Spiegel, die Folter und 9/11) – sowie in den Bericht der 9/11-Kommission, der freilich untersagt wurde, KSM persönlich zu befragen, auch seine Verhörer durften nicht vernommen werden.

Die beiden Vorsitzenden verzichteten darauf, diesen Sachverhalt öffentlich zu machen, und erwähnen in der Konsens-Abschlussfassung mit keinem Wort, dass praktisch alle Aussagen, auf denen ihr Bericht fußt, zweifelhaft sind und nicht im Mindesten gerichtsfest. Das hundertfach gefolterte Phantom wurde stattdessen völlig schmerzfrei permanent beim (von seinen Folterern kolportierten) Wort genommen. Woher denn Al-Qaida die zirka 500.000 Dollar genommen hatte, die zur Ausführung des Anschlags erforderlich waren – diese Frage konnte KSM allerdings auch unter Folter nicht beantworten, weshalb sie im Commission Report als „von geringer Bedeutung“ abgetan wurde. Dass KSM schon vor seiner Verhaftung die richtigen Namen der Entführer nicht kannte, sondern sich nur an Codenamen erinnerte, fällt da fast nicht mehr ins Gewicht. Er hatte ja ansonsten alles gestanden. Nicht nur „9/11 von A bis Z“ und den Mord an Daniel Pearl, auch eine Verbindung zum verhinderten „Schuhbomber“ Richard Reid sowie eine Beteiligung an so ziemlich allen geplanten und durchgeführten Anschlägen des letzten Jahrzehnts, unter anderem den „Bojinka-Plot“, Anschläge auf den Papst, Bill Clinton sowie die Plaza-Bank im Bundesstaat Washington. Da letztere erst drei Jahre nach KSMs Verhaftung gegründet worden war, unterstellte man ihm in diesem Fall – aber auch nur in diesem – „Aufschneiderei“.

Der Kronzeuge

Der Folterreport fasst dazu jetzt lakonisch zusammen:

Im Übrigen wurde, wie erwähnt, ein beträchtlicher Teil der von ihm (KSM) stammenden Informationen, die von der CIA für wichtige Erkenntnisse über Bedrohungen gehalten und verbreitet worden waren, später als Märchen enttarnt.

Märchen! Was von einem offiziellen Untersuchungsbericht über ein Verbrechen wie 9/11 zu halten ist, wenn die Hauptquelle, der Kronzeuge für die Alleintäterschaft von Bin Laden und den „Hijackern“, Märchen erzählt, bedarf keiner weitergehenden Erklärung. Dass dieser Untersuchungsbericht nicht ein Fall für die Müllhalde der Geschichte, sondern zur Grundlage der zeitgenössischen Orthodoxie wurde, stellt ihn in eine Reihe mit dem 1484 erschienen „Hexenhammer“ und der Orthodoxie der „Heiligen Inquisition“ über die Verschwörung von Teufeln, Hexen und Zauberern.

Das „Wissen“, die „Wahrheit“, mit der die Verfolgung dieser Verschwörer begründet wird, beruht in beiden Fällen auf erfolterten Geständnissen. Insofern wundert es auch nicht, wenn die Kommission des US-Senats unter Punkt 1 zu demselben Schluss kommt wie vor fast vier Jahrhunderten der Beobachter der Hexenprozesse Friedrich Spee: „Die Anwendung verschärfter Verhörmethoden durch die CIA war kein wirksames Mittel, um geheimdienstliche Informationen zu gewinnen oder die Inhaftierten zur Kooperation zu bewegen.“

Der Kreis der Unberührbaren

Die Anwendung verschärfter Verhörmethoden durch die CIA war kein wirksames Mittel, um geheimdienstliche Informationen zu gewinnen oder die Inhaftierten zur Kooperation zu bewegen.

CIA-Folterbericht

Die zentrale Schlussfolgerung aus dem CIA-Folterbericht des US-Senats ist nicht neu, auch nicht für die CIA, denn schon vor dem Ausnahmezustand nach 9/11 und dem Freibrief für außergewöhnliche Maßnahmen, den Präsident Bush dem Geheimdienst mit einem „Memory of Notification“ am 17.9.2001 ausstellte, war die geheimdienstliche Ineffektivität von Foltermethoden durchaus bekannt.

Zwei nach dem Skandal von Abu Ghraib 2004 erschienene Bücher – „Die CIA-Lüge – Foltern im Namen der Demokratie“ von Egmont R.Koch (2008) und die Arbeiten des CIA-Historikers Alfred McCoy „Foltern und Foltern lassen – 50 Jahre Folter-Forschung und – Praxis von CIA und Militär“ (2005) – zeigen auf, dass die aus dem Gefängnis Abu Ghraib bekanntgewordenen Misshandlungen nicht als Untaten von ein paar schwarzen Schafen abgetan werden können, sondern eine Vorgeschichte haben, die bis auf das Ende des 2. Weltkriegs und die stillschweigende Integration deutscher KZ-Ärzte und Folterspezialisten in amerikanische Dienste zurückgeht. Im Vietnamkrieg testete die CIA im großen Stil neue Methoden der psychischen „berührungslosen“ Folter, die im Kalten Krieg und nach 9/11 wieder ebenso Anwendung fanden wie ein Arsenal von „verschärften“ Methoden bis hin zum Waterboarding.

Sowohl in dieser historischen Rückschau als auch in den jetzt erschienen Folterberichten wird deutlich, dass das nach Abu Ghraib auch im liberalen Diskurs zur Legitimation der Folter oft herangezogene Beispiel vom gefangenen Terroristen und der tickenden Bombe – man muss doch einen Menschen foltern dürfen, wenn damit hunderte Leben gerettet werden – nicht mehr als ein perfider Trick ist, um ethische Bedenken gegenüber der Folter auszuräumen. Denn in der Realität kommen solche Situationen nicht vor und auch nicht in den über 6 Millionen Dokumenten, den der Senatsausschuss gesichtet und auf 6.700 Seiten zusammengefasst hat. Wir können sicher sein, dass sie auch in der stark redigierten veröffentlichten Zusammenfassung erwähnt würden, wenn es solche Erfolge gegeben hätte.

Doch dass die systematische Folter „Leben rettet“ und „entscheidende Informationen“ im „war on terror“ liefert, wurden über die Jahre hinweg nur behauptet – von der CIA gegenüber der Regierung, ihren Generalinspekteuren und den Medien, die diese Behauptungen unhinterfragt kolportierten. Und im Zentrum dieser Irreführung steht wieder jene Person, Alfreda Frances Bikowsky, die sowohl vor als auch nach 9/11 für so viele „Geheimdienstpannen“ verantwortlich war, dass sich manche Beobachter fragen, ob es sich bei ihr um den „Forrest Gump der CIA“ handelt. Was aber unwahrscheinlich ist, denn solche liebenswerten Trottel machen in der „Firma“ keine derart steile Karriere, werden zur Chefin der „Global Jihad Unit“, dürfen mit dem Präsidenten den Live-Stunt der Jagd auf Osama Bin Laden verfolgen (Foto , AFB ganz hinten ) und werden zur Figur eines Actionfilms, mit dem Hollywood einer Kultur des Folterns den popkulturellen Weg ebnen will ( „Ein abstoßender Propaganda-Streifen“).

Nein, wahrscheinlicher ist, dass die „failures“ von Mrs. Bikowsky kein Versagen, sondern ein Erfolg waren, denn kaum jemand in der CIA hat erfolgreicher an der Legende von Al-Qaida als neuem Weltfeind gebastelt als sie. Im Dezember 1996 wandern mit den Aussagen von Ahmed Al-Fadl, einem sudanesischen Überläufer, erstmals Angaben über eine Organisation namens „the base“ (Al-Qaida) in einen CIA-Report, den die Analyseabteilung der „Alec Station“ unter Supervision von Bikowsky verfasst. Dies führt 1998 zur Bombardierung einer Aspirin-Fabrik in Khartoum, von der Al-Fadl behauptet hatte, Bin Laden stelle dort Chemiewaffen her. Seit 1998 hat ihre Abteilung ein Ohr in dem Safehouse im Jemen, in dem nicht nur der spätere „Hijacker“ Al-Midhar ein und ausgeht (siehe Die Königin der Folter), sondern auch der Anschlag auf die USS Cole geplant wird.

Als der unermüdliche Terroristen-Jäger des FBI, John O’Neill, deswegen im Jemen ermitteln will, halten ihn CIA und Bush-Regierung mit einem Einreiseverbot ab, worauf er im Juli 2001 resigniert sein Amt quittiert. Im selben Monat erhält Khalid Al-Midhar ein frisches Dauervisum für die USA. Als die Nachricht von diesem Visum in der „Alec Station“ bekannt wird, setzen die dort stationierten Liaison-Offiziere des FBI sofort eine Email an ihre Dienststelle – die aber auch am nächsten Tag noch als „nicht gesendet“ angezeigt wird. Als sie sich bei der Supervision danach erkundigen, teilt ihnen Anne Casey, die rechte Hand von Alfreda Frances Bikowsky, mit, dies sei Sache der CIA und nicht des FBI. Diese Vorgänge in der Alec-Station haben die Autoren Ray Nowosielski und John Duffy in einer investigativen Reportage enthüllt, in deren Folge 2011 auch die Klarnamen der beiden Agentinnen und ihres Vorgesetzten, Richard Blee, bekannt wurden („Who Is Rich Blee?“).

Als im März 2003 Khalid Scheich Mohamed in einem Folterknast in Polen der ersten Waterboarding-Sitzung unterzogen wird, obwohl er sich bei den ohne Zwangsmaßnahmen durchgeführten Verhören zuvor „durchaus auskunftsfreudig“ gezeigt hat, fliegt Bikowsky dort hin, um sich das anzuschauen. Sie ist also von Beginn an in die „Märchen“ involviert, die KSM unter der Folter gesteht. Und vermutlich auch dafür verantwortlich, dass die unpassenden – weil womöglich wahren – Informationen von KSM unter den Tisch fallen, die er gleich nach seiner Festnahme gegeben hatte:

KSM gab an seinem ersten Tag in CIA-Gewahrsam unter anderem eine präzise Beschreibung eines pakistanisch-britischen Terroristen, die aber unter den Tisch fiel, weil es eine Aussage aus der allerersten Phase war, dem „Wegwerf-Stadium“ der Informationsgewinnung, bei dem die Häftlinge nach Meinung der CIA falsche oder wertlose Angaben lieferten.

Der CIA-Folterreport, S. 142

Bei diesem „pakistanisch-britischen Terroristen“ kann es sich nur um Omar Saeed Sheik handeln, also genau jenen Scheich, den KSM dann ab 2003 ersetzte, als Mastermind und Chefplaner von 9/11.

Dass Omar 100.000 US-Dollar an Mohamed Atta überwiesen hatte, fiel dann ebenso unter den Tisch wie die gesamte Finanzierung des 9/11-Anschlags dann „scheichegal“ war. Stattdessen wanderten die erfolterten Märchen von KSM unter Verantwortung und Aufsicht von Bikowski in die Protokolle und in die Medien und wurden so nicht nur zur tragenden Säule des offiziellen Al Qaida/ 9/11-Narrativs, sondern auch Teil der selbst-generierenden Maschine des „war on terror“.

Die nach tagelangen Folterungen endlich positiv beantworteten Fragen wie „Habt ihr Anthrax hergestellt?“ oder „Wolltet ihr schwarze Muslime in USA rekrutieren?“ setzten Sondereinsatzkommandos und die ganze Maschinerie in Gang. Wie viele Unschuldige bei diesen auf Märchen basierenden Aktionen in Mitleidenschaft gezogen oder zu Tode kamen ist ebenso unklar, wie die konkrete Verantwortlichkeit einzelner Personen im Bericht nicht direkt ablesbar ist. Dass unter den Schwärzungen aber Dutzende Male der Name Bikowski stehen muss, ist nahezu sicher. Ebenso wie das Faktum, dass sie es war, die das Folterprogramm immer wieder als „einzigartig effektiv“ zur Gewinnung „entscheidender Informationen über Al Qaida“ darstellte – gegenüber dem Kongress, der Regierung und Ministerien- und auch gegenüber CIA-internen Kritikern.

„Königin der Folter“ ist fraglos eine bessere Beschreibung ihrer Rolle als „Forrest Gump der CIA“, denn in summa folgen ihre scheinbaren Fehler einer Agenda: Sie produzieren Bedrohungsszenarien, eine Feindlegende. Diese ist spätestens mit der Aufnahme als zentrale Säule in das grundlegende Narrativ des „Kriegs gegen den Terror“ – den 9/11-Report – geadelt und ihre Schöpferin damit in den Kreis der Unberührbaren aufgestiegen, jener Akteure des „tiefen Staats“ oder der „Schattenregierung“, die für den Rechtsstaat nicht mehr greifbar sind. So wie die beiden „outgesourcten“ Psychologen, deren Firma die Folterprozeduren empfahl und Personal bereitstellte und dafür von 2002 bis 2006 mit 180 Millionen Dollar entlohnt wurde, einschließlich der Garantie, nicht gerichtlich belangt zu werden. Das wird auch Afreda Francis Bikowsky nicht drohen – sie handelte in „höherem“ Auftrag.

Die einzigen CIA-Mitarbeiter, die im Zusammenhang mit dem Folterbericht bestraft wurden, sind der Whistleblower John Kiriakou, der die Tortur des Waterboardings publik machte und zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt wurde – und der CIA-Generalinspekteur David Buckley. Dieser wurde am 5. Januar 2015 entlassen, da er im vergangenen Juli öffentlich gemacht und staatsanwaltliche Ermittlungen gefordert hatte, weil die CIA ihre eigenen Kontrolleure ausspionierte: Sie hatte die Computer von Mitarbeitern des Senatsausschusses gehackt, die an der Abfassung des Untersuchungsberichts saßen.

Wolfgang Nešković (Hrsg.) Der CIA-Folterreport – Der offizielle Bericht des US-Senats zum Internierungs- und Verhörprogramm der CIA, Westend-Verlag, 624 S. 18,00 Euro.

Quelle: heise.de

Die Königin der Folter – Der CIA-Folterreport – Teil 1

Mathias Bröckers 17.01.2015

Kaum mehr als vier Wochen nach seiner Publikation in den USA erscheint jetzt der offizielle Bericht des US-Senats zum Internierungs- und Verhörprogramm der CIA jetzt auch in deutscher Sprache. Auch wenn der veröffentlichte CIA-Folterreport nur aus einem Bruchteil des gesamten Berichts mit zahlreichen Schwärzungen besteht, sind die mehr als 600 Seiten das vielleicht wichtigste Dokument des Jahres.

Nicht weil die Dokumentation der grausamen Folterpraxis am Image der Vereinigten Staaten kratzt, das sich global betrachtet ohnehin auf historischem Tiefpunkt befindet, sondern weil seine Veröffentlichung zeigt, dass es in der selbst erklärten Bastion der Menschenrechte und Demokratie tatsächlich noch Menschen gibt, die diesen Anspruch ernst nehmen und eine wirksame demokratische Kontrolle geheimdienstlicher Operationen zumindest anmahnen. Wenn diese existiert, dann müsste dieser Bericht Konsequenzen haben und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Wer diese außer Bush, Cheney, Rumsfeld, Tenet et. al. konkret sind, lässt sich trotz der Schwärzungen entschlüsseln – und eine von ihnen ist die „Königin der Folter.“

„Sie hatte eine ungewöhnliche Menge Einfluss bei der CIA. Sie war smart und durchsetzungsfähig. Und ihre Trumpfkarte war, dass sie manchmal Präsident Bush persönlich berichtete“, schrieb Jane Mayer 2008[1] über eine leitende Managerin der „Alec-Station“, der Bin Laden-Abteilung der CIA.

Sie nannte noch nicht den Namen der „großen Rothaarigen mit glänzend rotem Lippenstift“, die nicht nur für die Entführungen und „erweiterten Vernehmungen“ zuständig und unter anderem dafür verantwortlich war, dass der deutsche Staatsbürger Khalid el-Masri in ein afghanisches Foltergefängnis verschleppt wurde. Sie war auch schon Teil eben jener CIA-Einheit war, die vor 9/11 dafür sorgte, dass die späteren „Hijacker“ Khalid al-Midhar und Nawaf al-Hazmi in San Diego unbehelligt blieben – obwohl al-Midhar seit 1998 auf der Terror-Watchlist stand. In „11.9. -Zehn Jahre danach“ hatten wir die „Akte al-Midhar“ folgendermaßen zusammengefasst:

Seit 1998 wurde das Haus seines Schwiegervaters im Jemen observiert, in dem er ein und aus ging; 1999 wurde er von Omar Al-Bayoumi in Kalifornien empfangen, einem Saudi mit Geheimdienstverbindungen (von dem der Commission Report verharmlosend vermerkt, er sei ein unwahrscheinlicher Kandidat für klandestine Beziehungen mit islamistischen Extremisten); im Januar 2000 nahm er an einem Al-Qaida-Planungstreffen in Kuala Lumpur teil, das vom malaysischen Geheimdienst auf Video aufgezeichnet und den US-Behörden übermittelt wurde; er und seine „Studien“-Kollegen in San Diego erhielten über ihren Mentor mo-natliche Schecks von der Frau des saudischen US-Botschafters Prinz Bandar; im September 2000 nahmen Al-Midhar und Al- Hazmi eine neue Wohnung in San Diego, im Haus des FBI-Informanten Abdussattar Shaikh.

Danach reiste Al-Midhar in den Jemen, wo im Oktober 2000 der Anschlag auf das US-Kriegsschiff Cole erfolgte, für das sowohl Gäste des safehouse seines Schwiegervaters als auch Teilnehmer des Malaysia-Treffens verdächtigt wurden. Zum selben Zeitpunkt wurde der oberste Terroristenjäger des FBI, John O’Neill, davon abgehalten, im Jemen zu ermitteln, und erhielt von Bushs Botschafterin Barbara Bondine Einreiseverbot. Stattdessen wurde Khalid Al-Midhar im Juni 2001 ein frisches Einreisevisum für die USA erteilt. (…)

Der Autor Lawrence Wright sprach mit einigen der Beamten der FBI-Einheit I-49, die für Al-Midhar zuständig gewesen wäre, hätte sie denn von seiner Rolle erfahren. Dass sie davon nicht erfuhren, so glaubt „mindestens die Hälfte der Jungs im Büro“, hatte damit zu tun, „dass die CIA Al-Midhar und Al-Hazmi schützte, weil sie hoffte, die beiden zu rekrutieren“.

11.9. zehn Jahre danach [2]

Oder, hatten wir hinzugefügt, dass sie diese „im Joint Venture mit den saudischen Kollegen schon rekrutiert hatte – als V-Männer (oder Agents Provocateurs?) in der ‚Logistikzentrale‘ von Al-Qaida ?“ Eine Spekulation, zugegeben, die freilich anhand der oben zitierten Ereignisse um den angeblichen „Logistiker“ (Der Spiegel) der 9/11-Anschläge durchaus begründet war.

„Erstaunlicherweise wurde auch mehr als dreizehn Jahre danach niemand in der CIA dafür öffentlich zur Verantwortung gezogen“, schreibt Jane Mayer jetzt dazu im „New Yorker“. Stattdessen stiegen die Verantwortlichen, die ihre „schützende Hand“ über den „Hijackern“ hielten, in der CIA-Karriereleiter auf. So auch Alfreda Frances Bikowsky, deren mittlerweile bekannt gewordenen Namen Mayer in ihrem Artikel noch zurückhält, ihr aber einen auf schreckliche Weise passenden Titel verleiht: „Die Königin der Folter“.

Nachdem NBC und Glenn Greenwald kurz darauf die (unter Journalisten schon länger bekannte) Identität der Agentin offengelegt hatten, wurde eine Schwierigkeit mit dem jetzt auch auf deutsch vorliegenden Folterreport deutlich: Anders als bei früheren Senats-Untersuchungen über geheimdienstliche Aktivitäten, die veröffentlicht wurden, sind die Namen der Agenten nicht durch Pseudonyme ersetzt, was es schwierig macht, die Handlungen einzelner Personen nachzuverfolgen und sie für ihr Fehlverhalten zur Verantwortung zu ziehen.

Im Falle von Frau Bikowsky war das relativ einfach möglich, weil sie schon zuvor mehrfach aufgefallen war: bei der Tarnung des späteren 9/11-„Hijackers“ Al-Midhar, bei den ersten „waterboarding“-Sitzungen mit dem angeblichen 9/11-„Mastermind“ Khalid Scheich Mohamed (KSM), für die sie im März 2003 „übereifrig“ (Jane Mayer) zu einer „black site“ nach Polen flog, sowie für die Verschleppung und Misshandlung des deutschen Staatsbürgers Khalid El-Masri, den sie in einem Knast in Afghanistan noch festhalten ließ, als schon lange klar war, dass es sich um eine Verwechslung mit einem namensgleichen vermeintlichen Al-Qaida-Funktionär handelte.

Zudem hat sie – wie Schlussfolgerungen des Senats aus dem Report zeigen, nach denen die Folterungen keinerlei nachrichtendienstliche Erkenntnis gebracht haben, den US-Kongress bei Anhörungen über die der „erweiterten Verhörmethoden“ mit Erfolgsberichten mehrfach in die Irre geführt. Wegen des Falls El-Masri hat der Grünen-Abgeordnete Christian Ströbele den Generalbundesanwalt aufgefordert, die ungeschwärzte Vollversion des Folterberichts anzufordern, um die strafrechtliche Verantwortlichkeit von Frau Bikowsky zu prüfen. Das „European Center for Constitutional and Human Rights“ hat am 17. Dezember Strafanzeige gegen die „Architekten der Folter“ George Tenet, Donald Rumsfeld u.a. gestellt.

Nur mit Anklagen gegen die Verantwortlichen kann die von der westlichen „Wertegemeinschaft“ geschätzte Rechtstaatlichkeit bewährt werden

Seit die „Königin der Folter“ einen konkreten Namen und damit eine Ladeadresse hat, wären solche Ermittlungen rechtsstaatlich ohne Frage geboten, politisch ist dagegen zu erwarten, dass wie im Fall der Grundrechtsverstöße durch die NSA das Recht hier eher gebeugt als befolgt wird. Der langjährige Kollege Ströbeles im Parlamentarischen Kontrollausschuss für die Geheimdienste, Wolfgang Neskovic, legt in seiner Einleitung des Folterberichts die rechtlichen Implikationen dar, die nach deutschem und internationalem Recht aus dieser Untersuchung folgen müssten.

Ob und wo es zu Anklagen wegen des Folterreports kommt, wird ein entscheidender Prüfstein für jenes hohe Gut sein, das in der westlichen „Wertegemeinschaft“ Rechtstaat genannt wird. Da die Vereinigten Staaten die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft ziehen werden und der für Delikte des Völkerstrafrechts und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zuständige Internationale Strafgerichtshof in Den Haag nicht tätig werden kann, weil die USA ihn nicht anerkennen – zusammen mit Ländern wie Nordkorea, Iran oder Syrien, die ansonsten auf der „Achse des Bösen“ platziert sind -, bleiben vor allem die 41 europäischen Staaten, die bislang die Jurisdiktion des Internationale Strafgerichtshofs anerkannt haben. Sie könnten Ermittlungsverfahren in ihrem Heimatland einleiten – auch wenn es sich um Auslandstaten zwischen ausländischen Staatsangehörigen handelt.

Die ersten Gefangenen in Guantanamo 2002. Bild: US Navy

Dass das Quälen von Menschen geächtet bleiben und es sich bei systematischer, staatlich angeordneter Folter um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit handelt, das geahndet werden muss – wo solche fundamentalen Rechtsgüter in Frage stehen und Verstöße dagegen folgenlos bleiben, kann von Rechtsstaatlichkeit kaum noch die Rede mehr sein. Deshalb scheint es auch voreilig, auf den ja durchaus existierenden Rechtsstaat in den USA zu verweisen, nur weil 560 von über 6000 Seiten Untersuchungsbericht nach jahrelangem Tauziehen zwischen den Parteien jetzt in stark redigierter Form veröffentlicht wurden.

Solange keine Konsequenzen daraus erfolgen, solange die Täter weiter in Amt und Würden sind, solange sie für ihre Taten belohnt und ausgezeichnet – Mrs. Bikowsky konnte sich 2012 offenbar eine 825.000-Dollar-Villa in der Nähe des CIA-Amtssitzes in Virgina leisten – aber nicht zur Verantwortung gezogen werden, solange herrscht statt des Rechts Doppelmoral und statt Zivilisation Barbarei.

Wenn nun aber die euphemistisch „verschärftes Verhör“ getauften Foltermethoden keine nachrichtendienstlich relevanten Erkenntnisse brachten und die Untersuchungskommission des Senats von den durch die CIA auf diese Methoden zurückgeführten „Anti-Terror-Erfolgen“ keinen einzigen bestätigen konnte, wenn also diese Verhöre nicht nur zutiefst inhuman, sondern auch durchweg ineffektiv waren, warum wurden sie dann wieder und wieder durchgeführt ?

Der Fall der „Folterkönigin“ Alfreda Bikowsky und ihre doppelte Rolle vor und nach dem 11.9.2001 könnte ein Licht auf diese Frage zu werfen: Weder die schützende Hand über dem angeblichen 9/11-„Logistiker“ Al-Midhar, noch die 183 Waterboarding-Torturen des angeblichen 9/11- „Mastermind“ Khalid Scheich Mohamed dienten der Gewinnung von Erkenntnissen. Sie dienten der Bildung von Legenden.

Wolfgang Nešković (Hrsg.) Der CIA-Folterreport – Der offizielle Bericht des US-Senats zum Internierungs- und Verhörprogramm der CIA, Westend-Verlag, 624 S. 18,00 Euro.

Quelle: heise.de

ZWEI LÄNDER – VENEZUELA + BRASILIEN – werden von USA attackiert. 1. Teil: Venezuela + 2. Teil: Brasilien [einartysken]

Während die Welt mit der Ukraine, Russland, Syrien und Irak beschäftigt ist, arbeitet Washington intensiv daran, zwei geostrategisch und ökonomisch wichtige Länder in Südamerika zu destabilisieren: Venezuela mit gewaltigen Ölreserven und das Beispiel eines Landes, das sich durch Chávez am eigenen Kragen aus dem Morast gezogen hat und zum Vorbild für hunderte Millionen Menschen wurde. Und Brasilien, das zur sechstgrößten Wirtschaftsmacht der Welt aufgestiegen und Mitglied von BRICS ist, die gemeinsam an einer neuen, gerechteren Weltordnung arbeiten. Diese beiden Länder vor allen anderen sind für die Mafia in Washington, versippt und verschwägert mit IWf, Weltbank, Wallstreet und CIA/Pentagon ein unerträgliches Übel. In der ersten Hälfte widmen wir uns Venezuela, in der zweiten Hälfte Brasilien.

ZWEI LÄNDER – VENEZUELA + BRASILIEN – werden von USA attackiert

1. VENEZUELA:
„Während Wall Street über Venezuelas Schulden spekuliert, investiert China in Wohnungsbau-Projekten“

Z. C. Dutka

 

24. September 2014
Wohnungsbau

Mission Vivienda – Wohnungsbau

Über das Wochenende hat Beijing weitere 2 Mrd. $ in den Gemeinsamen Chinesisch-venezolanischen Anlagefonds geworfen, zum Nutzen der ständig wachsenden Wohnungs-Mission der Regierung. Heute früh hat das US-Finanz-Journal Bloomberg die Bankrott-Ängste von Investoren geschürt, indem es behauptete, dass Hedge Funds im Umlauf seien, um „ein Vakuum“ in Venezuelas Aktien zu füllen.
Zusätzlich beschloss das International Centre for Settlement of Investment Disputes (ICSID = [private US-Gerichte zum Zweck, Länder der 3. Welt in den Bankrott zu treiben]), dass Venezuela an die ‚Gold Reserve‘, eine US-Bergwerk-Company, 740.3 Mill. US $ bezahlen soll als Entschädigung dafür, dass man 2009 deren Konzession für Goldgewinnung in Las Brisas eingezogen hat.

Maduro und Xi Jinping

Maduro und Xi Jinping

„Die wahre Story ist das Ausmaß an Rummel und Panik,“ sagte Daniel Friefeld von dem Hedge Fund Callaway Capital Management LLC zu Bloomberg. „Alle rennen sie zum Ausgang. Gibt es Risiken? Sicher. Aber nicht in dem Maß, wie die Leute glauben.“
Obwohl das ICSID-Urteil zu einem schlechten Zeitpunkt kommt, ist es nur ein Tropfen in dem Korb, der Venezuelas Schulden betrifft. Präsident Nicolas Maduro muss geschätzte 4.5 Mill. $ [möglicherweise meint er hier Mrd. D. Ü.] allein im nächsten Monat bezahlen. Aber er hat öffentlich geschworen, dass er bereit ist, „alles bis auf den letzten Dollar zu bezahlen“.
Doch ist „der Rummel und die Panik“ kaum von der Schuldensumme verursacht, sondern eher durch die Vorstellung von einem Bankrott-Risiko, obwohl Freifeld betonte, dass es ein Drehtür-Effekt ist. Zwischen einem gezielten Meinungs-Artikel von dem einflussreichen Harvard-Ökonom Ricardo Hausmann Anfang des Monats und einer Heruntersetzung des Kredit-Ratings durch Standard & Poor (S&P) in der vergangenen Woche ist Venezuelas Schuld jetzt zur teuersten aller Entwicklungs-Länder geworden.

Wall Street Spekulation

Nach dem Fall des Ratings von B-minus auf ein dreifaches C+, sagte S&P in einer Erklärung: „Wir geben CCC+ Ratings in Fällen, wo wir feststellen, dass die Ausgeber in einer eins-zu zwei Wahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten zwei Jahre Bankrott gehen.“
Francisco Rodriguez vom ‚America Senior Andean Economist‘ stimmt mit dieser Einschätzung nicht überein. Nach einem Treffen mit dem Vize-Präsidenten der Wirtschaft Venezuelas Rodolfo Marco Torres und dem Präsidenten der Zentralbank von Venezuela Nelson Merentes sagte Rodriguez, dass ‚S&P’s Schätzung „einen Kernpunkt der story übersieht“, indem man unterschlägt, wie das Land seine Importe mit 36 % in den vergangenen zwei Jahren reduzierte und damit seine Fähigkeit, Schulden zu bezahlen, verbesserte.

In einer direkten Antwort auf Hausmanns Artikel schrieb Rodriguez: „Bankrott macht nur Sinn, wenn ein Land nicht solvent ist, aber es dürfte sehr schwierig sein zu beweisen, dass…

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ZWEI LÄNDER – VENEZUELA + BRASILIEN werden von USA attackiert. 2. Teil: Brasilien

Teil 2: BRASILIEN

Einar Schlereth
25. September

Nil Nikandrov, der uns bereits von The 4thmedia.org bekannt ist, hat einen wichtigen Artikel zu Brasilien geschrieben, den ich leider zusammenfassen muss, da ich mein Schreibsoll heute schon überzogen habe.

Marina Silva

Marina Silva

Nil berichtet, dass Washington eine große Propaganda-Kampagne lanciert hat zu Gunsten von Marina Silva, die sich für die Brasilianische Sozialistische Partei als Kandidatin für die kommenden Präsidentschaftswahlen aufstellen ließ. Wenn wundert es? Alle ‚Sozialisten‘ (wie etwas Hollande) sind heutzutage Vorkämpfer für das Imperium. Man behauptet auch schon ihren sicheren Sieg. Das aber, meint Nil beruht auf sehr unsicherer Grundlage.
Die US-Experten rechnen damit, dass Silva auch die Stimmen der Brasilianischen Sozialdemokratischen Partei bekommen wird, wodurch sie 60 % der Stimmen erhalten würde und Dilma Rousseff ohne Chance bliebe.
Unabhängige Beobachter halten dies für Wunschdenken, warnen aber vor möglichen Wahlfälschungen. À la Schottland etwa.

So hat der frühere Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der Dilma Rousseff unterstützt, auch gezweifelt, dass Silva eine Chance haben wird. Doch warnt er vor bestimmten Medien, die eine echte Bedrohung sein könnten. Sie nutzen die aktuellen Schwierigkeiten aus, die durch die angelaufenen sozialen und ökonomischen Reformen aufgetreten sind.
Aber Lula äußerte, dass er hoffe, dass die Wahrheit über die Lügen siegen werde. Woraufhin Silva in einem Interview mit einer Zeitung theatralisch in Tränen ausbrach (wie Cameron, der auch beinahe weinte beim Gedanken, dass Schottland sich trennen würde), weil sie nicht mit dem  früheren Präsidenten rechten will.
Lula antwortete sofort, dass Marina Silva nicht lügen und Tränen vergießen müsse. Sie habe andere Gründe, um zu heulen. Damit spielte er darauf an, dass Silva für 25 Jahre eine frühere Mitarbeiterin von ihm war und selbst nicht glaube, dass sie siegen könne.
Sie war zu seiner Zeit Senatorin und wurde in seiner Regierung Umweltministerin. Aus der Zeit – seit 1980 – stamme das Interesse Washingtons an ihr und man überhäufte sie mit Auszeichnungen.
Und man fand in ihr ein gefügiges Instrument, das man gerne gegen die selbstbewusstere und weniger gefügige Dilma Rousseff austauschen möchte.  Und um ganz sicher zu gehen, eliminierte man vorsorglich einen gefährlichen Kandidaten in…

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Ein herzliches Dankeschön an Einar für diese überaus informativen Artikel! [diwini]

New York Times berichtet über Verbindung zwischen ISIS und CIA, und das Weiße Haus spricht positiv über Russland

25.09.2014

F. William Engdahl

So düster die offiziellen Nachrichten aus Washington in den vergangenen Wochen auch erscheinen, es gibt Anzeichen für eine Veränderung innerhalb konkurrierender Fraktionen der außenpolitischen Elite der USA. Fast das gesamte Jahr hindurch, angefangen mit dem vom State Department finanzierten Putsch in der Ukraine, hatte die Fraktion der neokonservativen Kriegsfalken eindeutig die Oberhand.

                                    Ein offensichtlich desorientierter Präsident Obama begann, dem Drehbuch der Falken zu folgen und alles, was Putin und Russland unternahmen, als böse darzustellen und das Neonazi-Mafia-Poroschenko-Regime in Kiew beinahe mit einem Heiligenschein zu versehen. Das Gleiche galt für die Lage in Irak und Syrien, wo Obama angewiesen wurde, der Bitte des damaligen irakischen Ministerpräsidenten, des Schiiten al-Maliki, um militärische Unterstützung im Kampf gegen die wachsende Bedrohung durch den sogenannten Islamischen Staat im Irak und Syrien (auf Arabisch Daash) nicht nachzukommen.

Angesichts der allgemeinen Globalisierung lässt sich die Organisation mittlerweile lieber nur Islamischer Staat nennen, weil ein »globales« Kalifat angestrebt wird. Jetzt gibt es offenbar eine größere Veränderung; sie ist zwar erst in Umrissen erkennbar, sollte aber in den nächsten Wochen als Hinweis auf einen Rückzug der kriegslustigen Neokonservativen im Auge behalten werden. In einem Artikel des altgedienten Reporters David Kirkpatrick brachte die New York Times erstmals die im Nahen Osten bekannte Idee in Umlauf, die radikal-dschihadistische Daash oder IS sei ein Geschöpf der CIA. Die Zeitung schrieb:

»›Wir wissen, wer Daash gemacht hat‹, sagte Bahaa al-Araji, ein stellvertretender Ministerpräsident, unter Verwendung der arabischen Kurzbezeichnung für den Islamischen Staat. Er sprach am Samstag bei einer Demonstration, die der schiitische Geistliche Moktada al-Sadr einberufen hatte, um vor dem möglichen Einsatz amerikanischer Bodentruppen zu warnen. Während einer Rede in der vergangenen Woche beschuldigte Sadr die CIA öffentlich, den Islamischen Staat geschaffen zu haben; Interviews erweckten den Eindruck, dass die meisten unter den Teilnehmern der Demonstration – einige Tausend, darunter auch Abgeordnete des Parlaments – derselben Theorie anhingen.«

Diese Story wäre an und für sich kaum bemerkenswert, gäbe es nicht gleichzeitig andere deutliche Hinweise auf eine Veränderung der Politik von Obamas Weißem Haus, weg von der Neocon-Fraktion um Victoria Nuland vom State Department, die Nationale Sicherheitsberaterin – Susan Rice, UN-Botschafterin Samantha Power und CIA-Chef John Brennan.

Ein zweiter Times-Artikel verweist direkt auf den neokonservativen Kriegstreiber, der sowohl in der Ukraine als auch in Syrien eine maßgebliche unterstützende Rolle spielte – den republikanischen Senator John McCain. Auch wenn der Times-Artikel den Vorwurf scheinbar zurückweist, so verleiht er ihm doch Glaubwürdigkeit, indem er ihn aus obskuren Internet-Blogs in die Mainstream-Medien verlagert. In der Times heißt es:

»Es war ärgerlich für MacCain, gegen hartnäckige – und falsche – im Internet kursierende Gerüchte angehen zu müssen, er habe nicht nur geholfen, die Gruppe ins Leben zu rufen, sondern kenne auch den Anführer, Abu Bakr al-Baghdadi, den selbsternannten Kalifen der muslimischen Welt und in jüngster Zeit Amerikas Feind Nummer Eins. Die Gerüchte beruhen hauptsächlich auf Bildern eines syrischen Kämpfers, der Baghdadi ähnlich sieht, und auf Fotos zusammen mit McCain bei dessen Syrien-Besuch im Mai 2013 zu sehen war – einige davon wurden sogar ursprünglich vom Senator selbst auf Twitter gepostet.«

Als dann der ukrainische Präsident, der Oligarch Ihor Poroschenko von einer Gruppe neokonservativer Kongressabgeordneter eingeladen wurde, vor einer gemeinsamen Sitzung von Repräsentantenhaus und Senat zu sprechen, las er eine Rede vor, die Gerüchten zufolge von Washingtoner Neokonservativen verfasst wurde.

Er verteufelte Putin und bat um weitere militärische Unterstützung; doch nach seinem Treffen mit Präsident Obama fuhr er mit leeren Händen zurück nach Kiew. Obama lehnte es ab, signifikante militärische Hilfe in Erwägung zu ziehen.

Einen weiteren Hinweis auf eine deutliche Veränderung im Weißen Haus gab Sprecher Josh Earnest, der bei einer Pressekonferenz einige bemerkenswert freundliche Gesten an Moskau richtete. Er erklärte,…

Weiter: Kopp-Verlag

Wer stoppt die Propaganda?

posted by diwini


 

Die Krisenherde brodeln weiterhin, der Konflikt um die Ukraine sowie die Geschehnisse im Irak bestimmten die Schlagzeilen. – Auch diesmal ist das erste Opfer des Krieges mal wieder die Wahrheit, doch was steckt wirklich dahinter?

Von Heiko Schrang

Ab heute geht SchrangTV (Link zu SchrangTV) auf Sendung. In den Beiträgen werden die aktuellen Geschehnisse komprimiert in einem 12-minütigen Video zusammengefasst. In dieser Ausgabe werden die Giftgaslieferungen der USA, die Hetze gegen Putin und der Einfluss der Medien in der Ukrainekrise behandelt:

Wer steckt wirklich hinter der Lügenpropaganda der Medien?

Die Krisenherde brodeln weiterhin, der Konflikt um die Ukraine sowie die Geschehnisse im Irak. Auch diesmal ist das erste Opfer des Krieges mal wieder die Wahrheit, doch was steckt wirklich dahinter?

Die Bildzeitung schlägt auch in diese Kerbe. Schaut man sich die Schlagzeile der Bild-Zeitung (Bild.de) an: „Ukraine wirft Russland Invasion vor“, dann stellt man sehr schnell fest, dass man sich nur eines bilden kann, nämlich die vorgefertigte Meinung der Bild-Zeitung. Und nicht, wie von der Bild propagiert, die eigene Meinung. Nur wenigen ist bekannt, dass seit 1967 eine Unternehmensverfassung des Axel-Springer-Verlags existiert. In den festgelegten Grundsätzen steht unter anderem, dass die Mitarbeiter das Transatlantische Bündnis unterstützen müssen.

Medien, Politik und Industrie agieren seit Jahren Hand in Hand zum eigenen Wohl, so dass sich beispielsweise Wirtschaftsbosse, Politiker, Militärs und Chefredakteure der größten deutschen Zeitungen (wie z.B. FAZ, Zeit, Süddeutsche und Bild u.a.) in Organisationen wie z.B. der Münchener Sicherheitskonferenz, dem Aspen Institut, Atlantikbrücke u.a. treffen.

Bei aktuellen Konflikten, kann man anhand der Berichterstattung der etablierten Medien sehr schön erkennen, dass diese nichts weiter sind, als Lokalausgaben der Nato-Pressestelle.

Parallel gibt es immer mehr Demonstrationen – wie z.B. die Montagsmahnwachen – die in mittlerweile über 100 deutschen Städten stattfinden, worüber so gut wie nichts in den Mainstreammedien berichtet wird. Unter dem Slogan: „Stoppt die Kriegspropaganda – Empört euch jetzt!“ wurde z.B. vor dem Gebäude des Spiegels demonstriert.

Jeder der aus dem System ausschert, wird bekämpft, was auch Xavier Naidoo aktuell erfahren musste, indem der Spiegel ihn als Neu-Rechter sowie Verschwörungstheoretiker diffamierte. Grund dafür war, dass er in einer Rede davon sprach, dass Deutschland ein besetztes Land sei und nicht souverän.

Warum ist Putin die größte Gefahr für die USA?

Genau diese Mainstreammedien hetzen gegen Putin und schüren die Kriegspropaganda.

In der Jelzin-Ära sind die Amerikaner in Russland schon fast am Ziel gewesen – ohne einen Krieg führen zu müssen – da sie über Beteiligungen an den Schlüsselindustrien wie Öl und Gas, aber auch den Medien, schon einen großen Profit aus dem Land gezogen hatten. Das änderte sich, nachdem Putin die Macht übernahm. Er bekämpfte mit nationaler Wirtschaftspolitik und Antispekulationsmaßnahmen das alte System und re-verstaatlichte bedeutende Vorkommen an Bodenschätzen und sicherte dem russischen Staat Mehrheitsbeteiligungen an der Energiewirtschaft und anderen Schlüsselindustrien. Aus diesem Grund ist Putin dem Westen ein Dorn im Auge und wird in den Medien verteufelt.

Fakt ist, Russland ist einer der größten Goldbesitzer der Welt, hat einen stabilen Staatshaushalt und ist wirtschaftlich unabhängiger vom Westen als umgekehrt. Neben seinen enormen Goldreserven verfügt es…

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3-jährige Aufenthaltsgenehmigung für Edward Snowden

posted by diwini

RIA NovostiEdward SnowdenSnowden bekommt dreijährige Aufenthaltsgenehmigung in Russland

14:48 07/08/2014 Der Whistleblower Edward Snowden hat eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung in Russland bekommen, teilte sein Anwalt Anatoli Kutscherena am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Moskau mit.>>